Wie viele von uns sicherlich wissen, sollte das diesjährige Shivaratri-Fest in Nord-Indien im Haridwar Ashram (Bhadrakali Peetham) stattfinden. Die Tage zuvor war ein Mauna Seminar mit Kriya Yoga-Übungen terminiert worden. Sri Swamiji war bereits am 25. Februar von Mysuru aus nach Haridwar gereist, um das vorher 3tägige Volunteer Camp des SDHS (Sri Datta Human Service) im Haridwar Ashram zu leiten. Wer ein wenig die indischen Nachrichten verfolgt hatte, kann sich erinnern, dass von einer pakistanischen Terrororganisation ein Anschlag auf indische Soldaten an der Grenze in Kashmir stattgefunden hatte, bei dem über 40 der indischen Soldaten ums Leben kamen. Seitdem war die politische Situation zwischen Indien und Pakistan angespannt. Das indische Militär hatte dann Vergeltungsflüge mit Kampfjets und Bombern unternommen, die weit in das von Pakistan kontrollierte Kashmirgebiet vorstießen und dort ein Lager der pakistanischen Terrororganisation beschossen. Zunächst gab es die Information, dass dabei ca. 400 militante Kämpfer getötet worden waren. 2 indische Flugzeuge sollen dabei abgeschossen worden sein und ein pakistanisches Flugzeug auf indischem Boden. Aufgrund dieser heftigen Auseinandersetzungen wurden im nordinischen Raum mehrere Flughäfen gesperrt, u.a. der Dehradun Flughafen, wohin viele unserer Seminarteilnehmer fliegen wollten, um nach Haridwar zu kommen. Weitere kriegsähnliche Handlungen konnten nicht mehr ausgeschlossen werden. Sri Swamiji hatte wegen der unklaren und gefährlichen Situation kurzerhand sowohl das Mauna Seminar als auch Shivaratri im Haridwar Ashram abgesagt und auf mehreren Internetkanälen die Absage verkündet. Gleichzeitig forderte Er die anreisenden Devotees auf, sofort ihre Weiterreise zu stoppen und wenn möglich zu ihrem Heimatort zurück zu kehren. Das Volunteer Camp wurde allerdings noch bis zum 28. Februar weitergeführt. Sri Swamiji und auch viele der Teilnehmer des Volunteer Camps erschienen mit Wollmützen und dickeren Umhängen zu den Veranstaltungen. Es war entsprechend der unterkühlten Situation zwischen Indien und Pakistan auch physisch gefühlt noch ungewöhnlich kalt in Haridwar.

Die Gruppe der angemeldeten Angels war von Anfang an erstaunlicherweise nicht sehr groß. Von ca. 40 Anmeldungen (ohne malaysische Devotees) gab es sicherlich mindestens 8 Absagen. Andere Angels, die sich erst sehr spät angemeldet hatten, wurden von den Datta Kriya Yoga-Organisatoren aufgefordert, frühzeitig nach Haridwar zu kommen, um ggfs. dort noch einen Platz zu erhalten. Eine ganze Reihe der ausländischen Devotees hatten vergleichsweise sehr viel Aufwand und finanziellen Einsatz betrieben, um in Haridwar bei dem Mauna Seminar und Shivaratri-Fest dabei zu sein. Die plötzliche Absage der beiden Ereignisse war für die meisten Angels natürlich eine große Enttäuschung und Herausforderung. Entweder war man schon in Haridwar angekommen, nur um zu hören, dass man gleich wieder zurück fahren konnte. (Einige hatten dann doch noch ein paar wenige Zusammenkünfte mit Sri Swamiji am Ganges oder bei einem Darshan. Es gab sogar am 1. März ein ca. 3stündiges Kriya Yoga Meeting mit Sri Swamiji im Haridwar Ashram wie auf Facebook zu sehen ist.) Oder verschiedene Angels waren bereits in Delhi angekommen und waren nach Sri Swamijis Absage nicht mehr in Richtung Haridwar weiter gefahren sondern buchten kurzerhand ihre Fluege nach Banglore um, um alternativ im Mysuru Ashram Shivaratri ggfs. mit Sri Samiji zu erleben. Weiterhin gab es Angels, die gar nicht erst losgefahren waren in ihrem Heimatland, da sie die Internetbotschaft von Sri Swamiji rechtzeitig gehört bzw. gelesen hatten. Eine ganze Reihe von NRI, die ebenfalls bereits in Haridwar gewesen waren, kamen dann auch zum Mysore Ashram für das Shivaratri-Fest. Innerhalb von nur ca. 2 – 3 Tagen kamen also doch noch ca. 130 Angels und NRI im Mysore Ashram an. Entsprechend schnell mussten die Vorbereitungen getroffen werden, um die vielen Gäste in den Ashram-Unterkünften aufnehmen zu können. Weiterhin stellte dies eine große Herausforderung beim Registrieren der Angels nach dem neuen Online-Verfahren dar. Dass dann alles einigermassen klappte war sicherlich Sadgurus besonderer Gnade zuzuschreiben. Jedenfalls waren alle Angels sehr erfreut, wenigstens ein paar Tage im Mysuru Ashram in Sri Swamijis Präsenz verbringen zu können! Man könnte diese Ereignisse als einen riesigen „Karma-Burning-Prozess“ sehen.

Nachdem anfangs noch nicht klar war, ob Sri Swamiji nicht noch länger in Haridwar verbleiben werde, entschloss Er sich dann zur Rückreise für den 1. März. Nach Seiner Rückkehr aus Bengaluru am nächsten Tag (2. März) blieb Er gleich bei Seiner Ankunft längere Zeit in der Prayer Hall mit dem üblichen „Coin garland-Darshan“ für alle anwesenden Devotees. Alle waren natürlich überaus glücklich ob der unerwarteten Gnade, war Sri Swamiji doch sicher sehr müde bei Seiner Anreise gewesen. Am nächsten Morgen (3. März) erschien Er dann für einen sehr langen Einzel-Darshan am Darshan-Fenster in der Prayer Hall. Zwischendurch unterbrach Er den Darshan und sprach über Mikrofon zu uns Devotees in Telegu, das leider nicht übersetzt werden konnte. U.a. wies Er auf das bevorstehende Shiva/Parvati-Kalyanam hin, das üblicherweise am Tag vor Shivaratri zelebriert wird. Dies ist ein feststehender Bestandteil der Shivaratri-Rituale. Sri Swamijis Hilfspriester Sitaram hatte überraschend ein goldenes Gowri-Idol nach Jahren der Abwesenheit in einer Idolbox wiedergefunden, worüber Sri Swamiji sehr erfreut schien. Das Idol soll ca. 400 Jahre alt sein und sich fortwährend im Besitz von Sri Swamijis Vorfahren befunden haben. Dieses sollten neben anderen Idolen während der Kalyani-Puja verehrt werden. Sri Swamijis Darshan mit der anschließenden Kalyana Puja zog sich weit bis in den Mittag hinein. Am gleichen Abend gab es Bhajans mit Sri Swamiji und Seiner Celestial Message Troupe auf der Paunda Reeka Ranga Sthala-Bühne vor dem Prayer Hall-Eingang, wo Sri Swamiji einerseits die Vestärker-und-Lautsprecheranlage testen wollte und andererseits uns mit Seinen energievollen Bhajans segnen konnte.

Zu dem ad hoc anberaumten Shivarati-Fest im Mysuru Ashram kamen doch noch verhältnismäßig viele indische und ausländische Gäste aus Malaysia, Trinidad, USA, Vereinigte Arabische Emirate, Australien und Singapur.

Am Shivaratri-Morgen fingen die ersten Rituale am Sachchidanandeshvara Lingam bereits früh ab ca. 7.00 Uhr statt. Weiterhin wurde die Sri Chakra Puja gegen 9.00 Uhr in der Prayer Hall von Sri Balaswami zelebriert. Sri Swamiji kam dann auf die Bühne der Paundarika Ranga Sthala und gab später Prasadam-Darshan für die Devotees. Er verkündete dann u.a., dass man nicht fasten solle während des gesamten Tages. Etwas weniger essen sei ausreichend (keine 9 Idlis bei einer Mahlzeit!). Er sagte vor allem, dass dieses Shivaratri-Fest ein historisches sei. Und nur relativ wenige Devotees hätten das Glück, nun bei dem Shivaratri-Fest dabei zu sein. Er habe das Haridwar Mauna Programm und Shivaratri abgesagt, da verschiedene Faktoren ungünstig waren. Neben den kriegerischen Auseinandersetzung mit Paktistan, war es dort auch ungewöhnlich kalt gewesen. Eine Hand hätte Ihm geschmerzt. Insgesamt war die Situation dann so, dass Er das weitere Programm in Haridwar absagen musste. Später wurde der Geburtstag von Puttu Gam gefeiert und ein von der Ashram Dining Hall gebackener Kuchen zu Sri Swamiji zum Anschneiden gebracht… Sri Swamiji ordnete in diesem Zusammenhang an, dass keine Kuchen mehr außerhalb des Ashrams geordert werden sollten. Wolle man nicht auf Kuchen verzichten, könnte man auch versuchen, diesen über die Dining Küche zu ordern. Dann wüsste man wenigstens, welche Inhaltsstoffe in dem Kuchen enthalten sei (bestellt man Kuchen außerhalb des Ashrams, kann man nie sicher sein, dass auch tatsächlich keine Eier in dem Kuchen seien und kein tierisches Fett etc.) Wir sollten weiterhin ein Bad im Sapta Rishi Sarovar (Ashram-Ritualbecken) nehmen. Das Wasser dort sei mit 9 Kräutern und Ästen von medizinisch wirksamen Bäumen und 12 verschiedenen Kristallen aufgeladen worden.

Nach dem Darshan wechselten wir Devotees dann noch einmal den Platz zum Homafeuer in der Nada Manatpam. Die dort stattfindende Rudra Homa ist mit der Chandi Homa das stärkste Feuerritual des gesamten Jahres. Sri Swamiji kam nach längerem Warten der Devotees zum Homaplatz und zelebrierte das Purnahuti. Er gab dann auch noch das Prasadam für die Homa-Sevakartas aus. Gegen Mittag startete das Rudra Abhishekam am Sachchidanandeshvara Lingam in der Prayer Hall. Viele Angels hatten dieses sehr intensive Ritual gebucht, bei dem man selbst den Lingam mit verschiedenen Ingredenzien verehren kann. Vorher bzw. nachher nahmen die meisten das spirituelle Bad im Sapta Rishi Sarovar wahr. Sri Swamiji hatte uns auch gestattet, eine mittägliche Ruhepause einzulegen, die viele Devotees auch wahrnahmen. Erst gegen 17 Uhr füllte die Prayer Hall sich langsam wieder mit Devotees, die den nächsten Rituale des Hauptereignisses nahe sein wollten: Sri Swamijis erste umfangreiche Verehrungen des Sachchidanandeshvara Lingams mit verschiedensten Ingredenzien, einschließlich Rudrakshperlen. Nach dem Einzug der Brahmanengruppe, die die Wasserkruege für das Abhishekam auf ihren Köpfen ballanciert brachten, mussten wir aber doch noch längere Zeit auf Sri Swamiji Selbst warten. Er kam dann schließlich gegen ca. 19.00 in die Prayer Hall und absolvierte zuerst ein Abhishekam an einer besonderen Installation von 12 unterschiedlichen astrologischen Lingams an dem Platz vor Sri Swamijis Goldenem Thron. Gleich danach formte sich eine für Stunden nicht endende Schlange vor diesen Lingams, wo die Devotees selbst nun ihrerseits Abhishekams ausführen konnten. Sri Swamiji schritt nach dem dortigen Abhishekam zum Sachchidanandeshvara Lingam weiter, um dort gleich mit Seinen Verehrungen am Sachchidanandeshvara Lingam anzufangen. Es ist eine Freude, Sri Swamiji dabei zu beobachten. Die Art und Weise, wie Er die Übergießungen des Lingams vornimmt, sind sehr meditativ und absolut einzigartig. Dieses kann man aber nur erfahren, wenn man sich dem Ereignis ganz und mit Hingabe öffnet. Dann kann man mit Seinen Handlungen innerlich soweit „mitgehen“, dass man günstigstenfalls mit ihnen verschmilzt und die Vorgänge dann wirklich einzigartig und unvergleichlich sind. Man ist dann mit Leib und Seele dabei, und das Ganze ist wie ein besonderer Schöpfungsakt, der von einem selbst nicht mehr getrennt ist. Man kann dann in die Freude der unvergleichlichen Schöpfung und Handlung eintauchen. Man kann das auch nicht verstehen, man muss es erleben…

Nach dem vielleicht dreivielstündlichen Abhishekam sprach Sri Swamiji noch einige Sätze, um sich dann nur wenige Meter vom Sachchidanandeshvara Lingam auf einen besonderen Sitz zu setzen und von dort aus die weiteren Abhishekams zuerst von Sri Balaswami, dann einigen Priestern und Brahmanen und danach der vielen Devotees zu beobachten. Für uns Devotees ist es natürlich die höchste Erfahrung, den verehrten Lingam mit heiligem Wasser begießen zu können bei gleichzeitiger persönlicher Aufmerksamkeit von Sri Swamiji! Viele Devotees stehen dafür mehr als 1 Stunde in der langen Menschenschlage an, und Sri Swamiji beobachtet das Schauspiel für sehr lange Zeit. Am Anfang der Nacht waren verschiedene Gruppen von Ausländern in den Ashram gekommen, um für einige Zeit den Ritualen beizuwohnen. Erst einiges später startete die erste Musikgruppe auf der Paundarika Ranga Sthala-Bühne mit ihrer Musikdarbietung. Nachdem Sri Swamiji über längere Zeit die Abhishekams Seiner Devotees und Ashramgästen längere Zeit zugesehen hatte, ging Er schließlich zu einer Pause in Sein Guru Nilayam. Nach den Abhishekams beginnen insgesamt 11 ausgiebige Verehrungsrituale am Sachchidanandeshvara Lingam. Das erste der Rituale nahm Sri Swamiji Selbst vor. Einige der weiteren wurden von Sri Balaswami zelebriert. Die letzte Ritualrunde am Sachchidanandeshvara Lingam bildet das opulente Mangala Arati wiederum von Sri Swamiji zelebriert, das zugleich auch der Abschluss des Shivaratri-Festes ist. Vorher kam Sri Swamiji aber noch ab ca. 3.15 Uhr für fast 2 Stunden auf die Paunda Rika Ranga Sthala-Bühne, um uns Devotees mit Seinen inspirierenden Shivaratri-Bhajans und Diskursen wach zu halten. Wir hatten zwar eine Übersetzung über die Headphones. Aber es gab auch noch ein ein insgesamt ca. 7seitiges Manuskript über Seinen Diskurs, den wir von der Inderin Parimala aus Bangalore erhielten und an alle Angels verteilten. Der Inhalt dieser Schrift ist genau das gleiche, der auch in www.dattavani.org als Shivaratri-Rede von Sri Swamiji hineingenommen wurde. Daher soll dieser hier nicht wiederholt werden. Sri Swamiji hielt Sich bei Seiner Shivaratri-Nacht-Rede im Wesentlichen an die Vorlage. Die Essenz dieser Schrift ist zusammenfassend vor allem, dass wenn ein Devotee alle seine Sinne und Aufmerksamkeit ausschließlich auf Shiva richtet, dieser ihn mit allen möglichen Segnungen belohnen und letztlich die Befreiung geben wird.

Sri Swamiji sang mit uns wie jedes Shivaratri sehr einheizende Shiva-Bhajans, sodass wir nicht müde werden sollten in der äußerst kritischen Morgenzeit. Um die Wachheit zu unterstützen liefen wie jedes Jahr einige Vedaboys und Ashramkinder durch die Reihen und sprühten Wasser auf die einnickenden Devotees. Für Sri Swamiji scheint es jedesmal Shivaratri keine große Sache sein, wach und klar zu bleiben! Man hat Sri Swamiji noch nie vor Müdigkeit gähnen gesehen. Sein innerer Zustand und Seine Fähigkeiten sind einfach in keiner Weise einschätzbar oder qualifizierbar! Nach wie vor hängen alle größeren Ashramfeste zum allergrößten Teil von Seiner „Person“ ab, und es kann tatächlich keinen Ersatz für Ihn geben! Gegen kurz vor 6 Uhr beendete Sri Swamiji Seinen Bhajan-Diskurs auf der Bühne und begab sich für das Mangala Arati zum Sachchidanandeshvara Lingam. Nach dem fast halbstündigen Abschlussritual, das man auf Lifestream anschauen kann, beendete Sri Swamiji die Shivaratri-Nacht und schickte uns Devotees zum Essen und Schlafen. Erst am Abend sollte es die Sri Chakra Puja für den Tag geben. Damit endete das diesjährige Shivaratri-Fest (im Mysuru Ashram).

Am 24. Februar war unser Freund, Vorbild, Inspiration und Chef der Angels hier im Ashram Swami Manasa Datta Pada Renu nach jahrelanger Krankheit plötzlich verstorben. Ob ihm selbst klar war, dass er so bald von uns gehen würde, kann bezweifelt werden. Am Tag davor hatte er noch eine NRI aus USA gebeten, ihm etwas aus Haridwar mitzubringen. Swami Manasa Datta, den viele von uns noch als Radhakrishna kannten, war für alle Angels der erste Ansprechpartner hier im Ashram für viele Dinge, waren sie nun organisatorischer, persönlicher oder spiritueller Natur. Mit Sri Swamijis erster Welttour in 1976 entwickelte sich der damals noch sehr junge Radhakrishna zu einem umsichtigen Ansprechpartner fuer die ausländischen Devotees und ein machtvolles Sprachrohr für Sri Swamiji im In- und Ausland. Durch seine häufigen Auslandsaufenthalte und auch seine berufliche Arbeit im Ausland entwickelte er ein tieferes Verständnis für westliche Denkweisen und Einstellungen. Er war für uns alle eine sehr geschätzte Anlaufstelle. Viele von uns können sich sicherlich noch erinnern, wie Swami Manasa manchem den im Ashram ankommenden Angels erst einmal einen dicken Hug (Umarmung) gab (und das war nicht nur eine angedeute Berührung sondern richtig fest und innig), dass wir uns willkommen im Ashram fühlten. Andererseits war er als Ashram-Sekretär natürlich auch Respektperson insbesondere in den Zentren und Ashrams (Trinidad, Malaysia, Mumbai … um nur einige zu nennen) zu denen Sri Swamiji ihn hinschickte zur Beaufsichtigung verschiedener Projekte oder auch nur zur Satsang-Gestaltung.

In Swami Manasa Datta war die Shakti Sri Swamijis in signifikantem Ausmaß aktiv, die sicherlich maßgeblich war für seine besondere Intelligenz und ausserordentlichen Fähigkeiten auf vielen Gebieten. Er konnte sich jeder Situation in kürzester Zeit anpassen und spielerisch je nach Erfordernis handeln. Genau diese Energie sprudelte andererseits so heftig in ihm, dass er nachts oft nicht schlafen konnte. Und manchmal war dann in den frühen Morgenstunden auch aus größerer Entfernung zu hören wie er mit aller Hingabe seines Herzens in seiner Cottage bewegende Bhajans zu seinem Harmonium sang. Diese besondere Energie verhalf ihm auch, Reden zu den unterschiedlichsten Themen vor entweder sehr grossem Publikum oder auch kleinen Gruppen zu halten. Swami Manasa Datta konnte ohne große Vorbereitung ad hoc in einer Tiefe und Profundität über die verschiedensten spirituellen Themen referieren, dass den Zuhörern förmlich die „Kinnladen herunter fielen“ und man sich fragte, wie er das nun wissen konnte und in dieser Komplexität vortragen konnte. Er war z.B. auch in der Lage, die 1000 Namen Dattatreyas und Narasimhas schneller zu chanten als selbst der Hauptpriester des Datta-Tempels und konnte die unterschiedlichsten vedischen Rituale an der Seite der Priester chanten. Dabei hatte er keine offizielle Veda-Ausbildung erfahren. Seine Spezialität war, dass er bei längeren Diskursen auch schon Mal einige seiner frühen Anekdoten mit Swamiji zur Auflockerung zum besten gab.

Man muss sehen, dass Swami Manasa Datta nicht nur von Sri Swamiji gelobt wurde. Er wurde auch manches Mal urplötzlich vor einem größeren Publikum von Sri Swamiji ob seiner Fehler bloßgestellt. Swami Manasa Datta wusste dann jeweils seinerseits humorvoll zu entgegnen. Als versierter Spieler erfreute uns Swami Manasa Datta des öfteren bei den Konzerten von Sri Swamiji oder auch bei größeren Satsang-Veranstaltungen mit seiner Tabla-Kunst. Er hatte sich das Tabla-Spielen selbst beigebracht sowie auch seine Viruosität auf anderen Trommeln. Daneben konnte er Harmonium spielen und noch andere Instrumente. Das Spielen auf diesen Instrumenten brachte er sich ebenfalls autodidaktisch bei. Wie Sri Swamiji bei Seinem Nachruf zu Swami Manasa ausführte, hatte dieser sich nicht allzuviel um seine Gesundheit gesorgt. Nachdem er mit einem Herzinfarkt ca. 2004 einen Herzschrittmacher erhielt, war er noch Jahre danach mit so voller Energie bei allen Ereignissen intensiv präsent, dass Sri Swamiji ihn auch schon mal öffentlich warnte, auf seine Gesundheit achtzugeben. Regelmäßig schien er aber diese Warnungen zu überhören; oder er konnte sich einfach nicht zurückhalten. Viele von uns hatten erlebt, wie er auch noch in nicht mehr ganz so kräftiger Konstitution aus voller Kehle in den höchsten Höhen und Tiefen währendder abendlichen Bhajans sang und auch Tabla oder eine besondere Trommel spielte. Um 2013/2014 war Swami Manasa Datta bei einer Veranstaltung im Ashram längere Strecken barfuß gelaufen. Dabei hatte er sich einige Zehen am Fuß verletzt. Bedingt durch seine Diabetes heilten 2 Zehen jedoch nicht mehr ab und mussten nach einiger Zeit amputiert werden. Ab etwa diesem Zeitraum funktionierten dann auch seine Nieren nicht mehr ausreichend, und er musste mehrmals in der Woche zur Dialyse, was ihn jeweils sehr schwaechte. Hinzu kam mehr Schwäche seines Herzens und vor allem sein Diabetes. Seine Arbeiten im Ashram konnte er dann nicht mehr wahrnehmen bzw. nur noch äußerst eingeschränkt nachkommen. Sri Swamiji betonte bei der Smaradhana-Feier kürzlich noch einmal, wie wichtig es ist, sich um eine gute Gesundheit zu bemühen, um auch den Seva für Ihn weiterführen zu können.

Kritikern und abweisenden Leuten gegenüber Sri Swamiji konnte er plötzlich emotional reagieren und diese auch mal energisch angreifen bis hin zur physischen Sanktionierung . Insgesamt konnte man Swami Manasa ansonsten als eher leidenschaftlich bezeichnen. In vielen Situationen konnte er durchaus gefühlsmäßig „mitgehen“ und Betroffenheit, Mitleid, Mitfreude etc. zeigen. Er war aber weit davon entfernt, sich damit zu identifizieren oder gar daran festzuhalten und konnte innerhalb von Sekunden umschalten auf andere Erfordernisse mit völlig anderer innerer Gestimmtheit.

Weltweit haben so viele Devotees in den letzten Wochen innerlich Anteil an seinem Tod genommen, wie wohl bisher bei noch keinem anderem Schüler Sri Swamijis. Sri Swamiji sagte denn auch an dem Gedenktag, dass Er Swami Manasa Datta vermisse und ihm „good Moksha geben würde…“. In diesem Sinne – Jai Guru Datta

Hier noch einige bauliche Veränderungen rund um unseren Mysuru Ashram: Die Hauptstraße, an der die Eingänge zum Ashram liegen (Ostseite des Ashrams), ist mittlerweile fast fertig vierspurig ausgebaut. Die Autos fahren bereits einiges schneller darauf, und die Strasse zu überqueren ist nicht ganz ungefährlich. In der Straßenmitte trennt ein erhöhter Spurenteiler die Fahrbahnen. Diese Betonerhöhungen sind gegenüber dem Ashram an 2 Stellen durchbrochen, dass man als Fußgänger vom Ashram aus leichter die Straßenseite wechseln kann. Auf der Ashramseite wurde der breite Bürgersteig neu und recht aufwändig verlegt. Allerdings ist die Straße noch nicht durchgehend auf dem gesamten Mysore-Teilstück fertig ausgebaut.

Auf der anderen Ashramseite (Westen) wird seit den letzten 1 – 2 Jahren kontinuierlich an einer Haussiedlung gebaut, die von der dortigen Straße bis an unseren Ashram heranreichen wird. Das kleine Wäldchen mit vielen verschiedenen Bäumen und Tierarten musste dafür leider weichen. Die Hausbauten sind schon relativ weit fortgeschritten, und die Hälfte der entwaldeten Fläche ist bereits mit Häusern besetzt worden. Das kann man wohl als Tribut für die ständig wachsende Bevölkerungszahl Indiens sehen.

Innerhalb des Ashrams hat man bereits mit Bauarbeiten bei der großen Karya Siddhi Hanuman Statue begonnen, wo später einmal der größere Hanuman-Tempel mit besonderen Natursteinen stehen soll. Dort sind erst einmal steinerne Sitzreihen und Geländer entstanden. In Kuerze wird vermutlich mit der Konstruktion des Mauerwerks für den neuen größeren Hanuman Tempel begonnen.

An der Ashram Ring Road sind bei dem Shuka Vana Vogelgehege gegenüber viele Baulücken geschlossen worden, vor allem mit Unterkünften für die Mitarbeiter des Vogelparks, die nun im Ashram wohnen, sowie einige andere kleine Bauten. Der Kuhstall gegenüber dem Shuka Vana wurde vor einiger Zeit hinter die Veda Patha Shala (Veda-Schule) verlegt, wo sich nun auch eine kleine Eisenwerkstatt befindet. Für die Kühe wurde eine kleine Wiese gleich hinter der Veda-Schule angelegt, auf der die Kühe frei grasen können.

Für das Diamond Jubilee vor fast 1 ¾ Jahren wurde das neue Ashramgebäude „Vrajotsavam“ zwischen dem Ayurveda-Hospital und dem allopathischen Hospital fertig gestellt. Es dient nun als Unterkunft für Ashramgäste, allerdings vornehmlich für die indischen, da für Angels und NRI grundsätzlich genügend Unterkünfte vorhanden sind.

Sri Guru Datta – Pingala