Sri Swamiji war vom 8. – 11. Februar 2020 noch einmal vom Mysuru Ashram aus auf Blitztour gegangen. Er war zunächst in Kerala bei einer Tempeleinweihung, wo Er zu den Feierlichkeiten als Hauptgast eingeladen war. Anschließend war Er gleich durchgereist/geflogen nach Rajahmundry, um dort zuerst den neu im dortigen Ashram errichteten Hanuman Tempel einzuweihen. Dann ging es auch gleich am naechsten Tag weiter auf eine Insel im heiligen Godavari-Fluss nahe Rajahmundry, wo ein großes Hanuman Chalisa Chanting von Sri Swamiji durchgeführt worden war. Laut Sri Swamijis Angaben ca. 50 000 Hanuman-Enthusiasten waren dort erschienen (über die gesamte Dauer der Veranstaltung hin). Ein ausländisches Devotee-Ehepaar war ebenfalls dorthin gereist und hatte an dem Hanuman Chalisa Chanting teilgenommen. Und wie später von ihnen zu hören war, war dieses Ereignis ein wirklich denkwürdiges gewesen, wo alle gesellschaftlichen Gruppen inkl. der Polizei überaus harmonisch zusammengearbeitet hatten, um das spirituelle Großereignis zu ermöglichen.

Während Sri Swamijis Touren im Januar und Februar waren an sehr vielen Ashramplätzen umfangreiche Bau- und Renovierungsarbeiten zugange. Der Umbau des Gautama Kuteera-Erdgeschosses, der bereits kurz nach Datta Jayanti begann, hat ebenfalls auch auf die oberen Stockwerke der Kuteera große Auswirkungen gehabt – dort konnten alle Räume wegen den abmontierten Wasser- und Abflussrohre nicht mehr benutzt werden, und das auch über die Shivaratri-Zeit hinweg. Insofern standen uns hier viel weniger Räume zur Verfügung, um Angels und NRI unterzubringen. Glücklicherweise kamen nicht allzu viele aus Mitteleuropa, die in der Bharadwaja Kuteera, Manasa Kuteera und Anvika Kuteera aufgenommen werden konnten.

Sri Swamiji war vor Seiner Rajahmundry-Tour eine ganze Zeitlang jeden Abend vor die Prayer Hall gekommen, um bei uns Devotees während der Anagha Vratam Pujas mindestens eine halbe Stunde zu sitzen. Unter dem dortigen Audumbara-Baum hatten Devotees die Prayer Hall-Matten ausgelegt, damit alle dort um den Baum herum mit ihren Anagha Vratam-Charts sitzend mitmachen konnten (unter dem Audumbara-Baum zählt jede einzelne Puja wie 100 Pujas und können mit dieser Zahl auch registriert werden). Jeweils am Ende der 8 Pujas wurden 2 Anagha Vratam-Bhajans von Jaitra Varanasis (Sri Swamiji´s Violinist) Töchtern überaus melodiös vorgesungen. Es war jedes Mal eine wundervolle Atmosphäre, sehr familiär und besonders. Anschließend ging Sri Swamiji wieder zurueck in Sein Guru Nilayam, während wir Devotees in die Prayer Hall gingen, um dort die abschliessenden Abend-Bhajans zu singen.

Sri Swamiji kam nach Seiner Rajahmundry-Tour nur noch einmal zu uns unter den Audumbara-Baum und saß längere Zeit beim Chanten. Danach waren aber wohl die Vorbereitungen für das grosse Shivaratri-Fest im Vordergrund, und Er hatte sicherlich nicht mehr auseichend Zeit dafür. Neben den morgendlichen Darshan kam Er auch abends meistens zu den Bhajans auf den Vishnu Darshan Balkon in der Prayer Hall. Bereits am Wochende vor dem Shivaratri-Fest (15./16. Febr.) waren schon mehr Devotees in den Ashram gekommen. An beiden Tagen gab es vor den Abend-Bhajans immer extensive Anagha Vrata Pujas unter dem Audumbara-Baum nahe der Prayer Hall. Am 15. Februar war Sri Swamiji in die Prayer Hall gekommen, um ein letztes Mal vor dem Shivaratri-Fest Divyanamasankirtan mit Seiner Celestial Message Troupe zu geben.

Am 20. Februar war es bereits morgens während der Sri Chakra Puja in der Prayer „brechend voll“, und man konnte nur noch mit Mühe einen Sitzplatz finden, an dem man viel Raum für sich hatte. Anschließend gab es das Girija Kalyanam, die rituelle Hochzeit von Shiva und Parvati. Ashram-Priester Vamshi chantete wie gewohnt mit einigen anderen Priestern die Sanskritverse. Am gleichen Abend wurde das alljährliche Ventakamakhi Samsmaranotsavam und Tyagaraja Aradhana in der Nada Mantapam gefeiert mit den Pancharatna Tyagarajas. Der karnatische Musiker, Musikwissenschaftler und Komponist Venkatamakhi soll ein ministerialer Vorfahre von Sri Swamijis Familie aus dem 17. Jahrhundert sein. Die Pancharatna Kritis sind die wohl 5 berühmtesten Kompositionen des Komponisten und haben als Thema die Verehrung des Gottes Sri Rama. Auf der Nada Mantapam-Bühne versammelten sich über 50 MusikerInnen und SängerInnen, während Sri Swamiji auf einem erhobenen Stuhl dahinter saß und der Vorstellung intensiv lauschte. Dr. Mysore Manjunath war der Organisator des Musikensembles. Sein Bruder, Mysore Nagaraj spielte als Violinist selbst bei den Musikern mit. Jaytra Varanasis Töchter sowie einige wenige weitere Ashramsänger waren ebenfalls dabei. Für westliche Ohren klingen die Intonationen und Rhythmen der Kompositionen überaus kompliziert/anspruchsvoll. Nach der Vorstellung unterhielt Sich Sri Swamiji noch eine Weile mit verschiedenen Musikern und verließ dann auch bald die Bühne, um dann gleich wieder mit Seinem kleinen Elektromobil den Heimweg zum Guru Nilayam zurückzulegen.

Zum diesjährigen Shivaratri-Fest waren vergleichsweise sehr wenge Devotees aus Mitteleuropa erschienen: aus Deutschland 5, aus der Schweiz 5, aus Holland 2, aus Dänemark 1, aus Russland 1, von den indischen Angels aus UK 5, aus Trinidad 1, aus Malaysia immerhin 20, und aus Canada 9. Bei den NRI waren es aus den USA 38, aus Australien 10, aus Singapur 4, aus den Arabischen Emiraten 6, einige wenige aus Kuwait, Oman und Botswana. Insgesamt lag die Zahl mit etwas mehr als 120 etwas unter der sonst üblichen durchschnittlichen Zahl von ca. 140. Allerdings waren u.U. auch mindestens 10 NRI mehr gekommen ohne mein Wissen….

Es fand ein Instructor Datta Kriya Yoga-Kurs kurz nach Shivaratri für mehrere Tage statt, an dem auch eine deutsche und eine holländische Devotee teilnahmen und ein Zertifikat aus Sri Swamijis Händen zum Abschluss erhielten. Das Datta Kriya Yoga Center im Ashram hatte die staatliche Anerkennung ihrer Schule beantragt und wird diese vermutlich auch erlangen. Damit hat sich die räumliche Ausstattung und auch der Angebotsplan der Schule etwas veraendert. Heutzutage werden u.a. mehr Hatha Yoga und Asanas trainiert in Verbindung mit Kriya Yoga. Die Lehrer der Kriya Yoga-Schule sind mittlerweile auch sehr fit in den verschiedensten Asanas etc. Viele Kurse werden von den Lehrern auch außerhalb in der Nähe von Mysuru oder Andrah Pradesh/Telangana angeboten. In Mysuru gibt es sehr viele verschiedenen kleinere und größere Yoga-Schulen, die alle möglichen Yoga-Richtungen lehren. Die meisten haben jedoch keine staatliche Anerkennung.

Am Shivaratri-Tag starteten morgens bereits kurz nach 6.00 Uhr das Nagara Sankirtan (Prozession mit Shiva Bhajans) und gegen 6.30 Uhr von Vamshi angeführt, die Rudra Homa in der Feuerstelle der Nada Mantapam. Viele Ashramgäste hatten sich dafür angemeldet und saßen stundenlang meditierend dabei. Die Homa gilt mit der Chandi Homa zum Navaratri-Fest ½ Jahr vorher zu der stärksten Homa überhaupt im Ashram. Ungefähr parallel zu Sri Balaswamis Beginn der Sri Chakra Puja in der Nada Mantapam war Sri Swamiji Selbst derweil zum Venkateshvara Tempelkomplex gegangen und hatte nach einem kurzen Darshan bei der dortigen kleinen Karya Siddhi Hanuman-Statue ein Arati durchgeführt (der Tempelkomplex um die große Hanuman Statue ist derzeit noch geschlossen, da wegen dem Umbau des Tempels umfangreiche Steinmetzarbeiten etc. zugange sind). Anschließend war Er zum kleinen Shiva Tempel hinter dem Venkateshvara Tempel gegangen und hatte mit nur wenig Devoteegefolgschaft dort ein Milch-Abhisekam an den dortigen 11 Lingams durchgeführt. Dabei saß einer der Ashram-Papageien auf Seiner Schulter. Wie zu hören war, hatte Sri Swamiji durch Seine Präsenz im dortigen Shiva Tempel die Atmosphäre so stark aufgeladen, dass diese dort noch bis in die späte Nacht hinein gut zu spüren war. Anschließend ging Er noch zum dortigen Subramaniam-Schrein und zum Ganapati-Schrein, um jeweils ein Arati zu zelebrieren. Später verehrte Er rituell auch den kleineren Lingam beim Lakshmi Narasimha-Schrein in der Prayer Hall mit einem Milch-Abhishekam. Dann weiter in der Prayer Hall wurde Kalagni Shamana Datta mit einem Arati von Sri Swamiji bedacht, und am Sachchidanandeshvara Lingam verehrte Er den noch völlig nackten Lingam mit einem Wasser und Milch-Abishekam sowie einem Aratri, alles auf Seinen Knien vor dem Lingam! Gleich im Anschluss gab Er in der Prayer Hall Darshan an eine große Menge an Devotees, die sich mit ihren Kindern dort versammelt hatten und von Sri Swamiji einen spirituellen Namen bekommen konnten. Diese Darshan-Schlange war immens lang, und es dauerte recht langebis alle ihren persönlichen Darshan bei Sri Swamiji hatten. Erst danach ging Sri Swamiji zur Nada Mantapam, wo die meisten Devotees auf ihn noch bei der Rudra Homa-Feuerstelle warteten. Er vollzog dann das abschließende Purnahuti. Als nächstes kam Sri Swamiji mit Sri Balaswami und einem buddhistischen leitenden Mönch von einem buddhistischen Kloster in Maynmar auf die Bühne der Nada Mantapam. Sein Name war Surya Chandra. Sri Swamiji war bereits einmal in Maynmar gewesen, wo einer Seiner Devotees mehrere Treffen Sri Swamijis in dortigen buddhistischen Klöstern organisierte. Die Mönche eines Klosters waren so angetan von Sri Swamiji, dass sie mithelfen wollten, ein Konzert von Sri Swamiji in Maynmar zu organisieren. Sri Swamiji lud uns alle ein, mit Ihm nach Maynmar zu kommen und auch Sein Konzert zu besuchen. Er würde uns ca. 6 Monate vorher informieren. Der kahlköpfige und in eine leichte schwarze Robe bekleidete Mönch verstand und sprach kein Englisch und wurde von einem seiner Helfer übersetzt. Während seines Aufenthalts auf der Bühne wurde der 10. Geburtstag von Puttugam gefeiert, der noch immer im Hintergrund aktiv zu sein scheint. Sri Swamiji sprach dann zu uns und gab Seine zentrale Shivaratri-Botschaft, die unter „facebook, dattavani“ und mittllerweile auch auf www.dattavani.org nachgelesen werden kann. U.a. kündigte Er die Erweiterung des Hanuman Chalisa Vratas von 10 Milliarden auf 130 Milliarden (13 000 Crore sind 13 000 x 10 Millionen) an. Man sollte am Anfang und am Ende des Chantens das Mantra: „Srirama Jayarama Jaya Siya Rama“ chanten. Das Mantra soll (vor allem) dem neuen Sri Rama-Tempelbau in Ayodhya gewidmet sein, der in der nächsten Zeit angefangen wird. Dabei gilt auch wie bei der Anagha Puja, dass wenn es unter einem Parijata-Baum, in einem Hanuman Tempel, in der Nähe eines Meeres, auf einem Berg oder an einem Fluss gechantet wird, 1 Hanuman Chalisa 100 x zählt. Bäume in einem Blumentopf können jedoch nicht für diese Zählart ausgewählt werden. Man sollte die Anzahl der Hanuman-Mantras auf der Dattapeetham Web Page registrieren. Man sollte das Hanuman Mantra Chanten parallel mit dem Anagha Vrata tätigen. Er wisse, dass das Multi-Tasking sei, aber Er glaube, dass Er uns das ruhig zumuten könne (Hier sind natürlich insbesondere die indischen Devotees gemeint. Westliche Devotees können damit viel entspannter umgehen und dies lediglich als Seine Empfehlung für uns sehen). Er erlaubte den Devotees, am Mittag noch etwas Leichtes zu essen und ggfs. auch sich in den Unterkünften auszuruhen und dann zum Abendprogramm zu kommen. Ab dann sollte man auf Schlafen und Essen bis zum nächsten Morgen möglichst verzichten.
Im Anschluss an Seine Rede gab Sri Balaswami für Sri Swamiji das Prasadam für alle gebuchten Sevas an die Devotees, die sich in eine lange Reihe anstellten.

Etwa zeitlich parallel startete das Rudra Abhishekam am Sachchidanandeshvara Lingam in der Prayer Hall, an dem die Devotees selbst teilnehmen und die Opferungen an dem Lingam durchführen können. Die Energie während der Zeit ist in Lingam-Nähe ausgesprochen stark.

Am Abend füllte sich der kleinere Platz vor dem Sachchidanandeshvara Tempel relativ schnell mit Devotees, die möglichst Nahe bei dem Lingam und Sri Swamiji sitzen wollten. Zuerst kamen die Brahmanen mit den Kaveri-Wasserkrügen in die Prayer Hall von lauter Swara- und Trommelmusik begleitet. Sie leiten das Abhishekam ein, indem sie den Ritualplatz um den Lingam vorbereiten. Dann kam der eingeladene buddhistische Mönch hinzu, der an der Seite des Lingam-Platzes verweilte, um den Abhishekams beizuwohnen.

Sri Swamiji kam einiges später in die Prayer Hall und dann zum Sachchidanadeshvara Lingam. Dort startete Er auch gleich mit den Abhishekams. Er wirkte von Anfang an sehr ernst und konzentriert. Neben Wasser, Milch, Honig, Joghurt gab es auch roten speziellen Saft, Bananenstücke, Zucker, Sandelholzpaste und zum Schluss – Vibhuti. Bei dem Vibhuti-Abhishekam fügte Er auch hin und wieder kleine grüne Zweigchen irgendwo an den Lingam. Bei dem Bestreuen des Lingams war Sri Swamijis Sari und seine Arme etwas weiss von dem Vibhuti geworden. Auf der Lingam-Spitze hatte sich eine Vibhuti-Haube gebildet. Plötzlich griff Sri Swamiji mit beiden Handflächen in das Vibhuti und schleuderte es in die Luft über den Lingam. Dabei wurde die gesamte Umgebung um den Lingam eingeweisst inkl. Seinem Körper. Und Er tat es dann noch mal und noch mal. Dann ließ Er sich von den Helfern neue Vibhuti-Teller geben, griff wiederum in diese und warf das Vibhuti ebenfalls in die Höhe. Da war Er schon mit Vibhuti über und über bestreut. Das war aber noch nicht das Ende. Er nahm dann Vibhuti in Seine Hände und streute es sich ausschließlich über Seinen Kopf. Zum Schluss setzte Er Sich einen kleinen Berg Vibhuti sogar auf den Kopf und beließ ihn dort eine Zeitlang. Bereits vorher waren die Devotees natürlich „aus dem Häuschen“ und pfiffen und applaudierten laut um Ihn herum. Die Situation war nicht nur von dem Vibhuti so aufgeladen, dass alle anweseneden Devotees in extatische Stimmungen versetzt wurden. Sri Swamiji deutete dann Sri Balaswami und Prasadi an, nun Wasser über den Lingam zu gießen. Sri Balaswami tat dies wohl auch direkt, während Prasadi sich sehr zurückhaltendend zeigte und erst später zum Abhishekam dazukam, als die Situation schon wieder etwas abgekühlt war. Vielleicht wollte er ja für weitere öffentliche Auftritte frisch sein, ohne Vibhuti etc. überall am Körper. Nachdem Sich Sri Swamiji von den umgebenden Fotografen hatte rundum ablichten lassen, verließ Er schließlich die Prayer Hall Richtung Guru Nilayam. Beim Weggehen schüttelte Er noch einmal kräftig an Seinen Haaren, sodass die mit Ihm davoneilenden Helfer von einer Wolke Vibhuti eingehüllt wurden. Einige Angels konnten etwas Asche irgendwo in Sachchidanandeshvara Lingam-Nähe erhalten, die sie mit anderen Devotees in ihrer Umgebung teilten.

Kaum war Sri Swamiji gegangen, startete auch gleich der Ansturm auf den Sachchidanandeshvara Lingam von allen Seiten. Die in der Vorhalle befindlichen Devotees wollten alle möglichst sofort zum Lingam und ihr dortiges Abhishekam anbringen – und das, obwohl Sri Swamiji gar nicht mehr dort war. Jedoch riegelten die dortigen freiwilligen Helfer des SDHS den Platz um den Lingam etwas ab und ließen nur an einer Stelle die Devotees durch zum Lingam. Wenig später wurde der gesamte Lingam-Vorplatz abgeriegelt und die Devotees kamen nur von der Seite her für ihr persönliches Abhishekam zum Lingam durch. Nach einer geraumen Zeit kam Sri Swamiji mit frischem Sari und ohne Vibhuti im Haar wieder zurück auf die Sachchidanandeshvara-Bühne, setzte Sich aber ganz versteckt hinter den seitlichen Vorhang, sodass nur die Devotees am Lingam Ihn überhaupt sehen konnten. Später ging Er durch den Lingam-Vorplatz nach draußen vor die Paundarika Ranga Sthala-Bühne, wo gerade Jaytra Varanasis Töchter ein Konzert mit einigen Musikern gaben. Dort lauschte Er auf einem Stuhl nahe bei ihnen sitzend für längere Zeit dem Konzert… Zur nächtlichen Shivaratri-Veranstaltung waren mehr Devotees gekommen als die letzten Jahr zuvor. Unter ihnen waren immer wieder einzelene ausländische Grüppchen zu sehen, die für einige Zeit in den Ashram gekommen waren. Am frühen Morgen des 22. Febr. starteten die Priester ein elfmaliges Abhishekam am Sachchidanandeshvara Lingam mit speziellen Rudra-Chants, die aber ob des Hauptprogramms mehr nebenbei abliefen. Sri Swamiji kam da nämlich unerwartet vor die Paunda Rika Ranga Sthala-Bühne, um auf einem Stuhl gleich vor den Devotees sitzend, das angekündigte nächtliche Anagha Vrata-Programm einzuleiten. Es wurden die Puja-Charts verteilt inkl. dem Reis. Sri Swamiji gab noch letzte Anweisungen (man könnte auch ohne Puja-Chart die Puja „Manasa“ (lediglich im Geist mitmachen) und die Priester konnten beginnen…. Die Anagha Vrata Pujas wurden ungefähr bis zu Sri Swamijis Nachtprogramm um ca. 3.30 Uhr fortgeführt. Die Bedeutung des Anagha Vrata war auch an der Bühnendekoration der Paunda Rika Ranga Sthala zu sehen: Dort war zum ersten Mal für ein Shivaratri-Fest ein Dattatreya- und Anagha Devi-Bildnis im Zentrum aufgestellt worden.

Bald nachdem Sri Swamiji auf der Paunda Rika Ranga Sthala-Bühne angekommen war, hielt Er bereits immer wieder kleine Redefragmente zwischen Seinen Bhajans. Für uns Angels war das Skript, wonach Sri Swamiji Seinen Diskurs halten würde im Vorhinein gegeben. Und wir hatten die Headphones verteilt und die Übersetzung organisiert, sodass ein jeder der Angels Sri Swamijis Ausführungen sofort folgen konnte. Der Inhalt des Diskurses kann in etwa so zusammengefasst werden:
Der Name „Shiva“ hat solch eine Kraft, dass sogar nur das unabsichtliche Aussprechen des Wortes ohne innerliche Verehrung, das Potential hat, alle Sünden der Person zu vernichten! Weiterhin erfüllt es ihn mit Glückverheißung. „Shiva“ meint Frieden. Solch ein Frieden kann nicht durch materielle Annehmlichkeiten und Luxus erreicht werden. Nur wenn die Person sich (eng) an Shiva hält, kann dies erreicht werden. Höre die Geschichten über Shiva, chante Seinen Namen und verehre Ihn (rituell/innerlich). Führe Abhishekams für/über Ihn aus. Fixiere Deinen Geist auf Ihn auch nur ein- oder zweimal für einen Moment, und Du wirst dadurch seine Gnade erlangen, und er wird deine spirituelle Erhebung auslösen. So wie das Erscheinen der Sonne die Welt in Erleuchtung taucht, nur wenn die Person sich Shivas Gnade verdient, wird dann tatsächliches Wissen aufscheinen bei dem-/derjenigen. Shiva existiert von Natur aus in uns. Shiva ist niemand anderes als unser inneres Selbst (Atman). In dem Moment, wo eine Person vollständig in dieses Wissen hineingesunken ist, transzendiert sie die Furcht vor der Zeit (des Vergehens). An diesem Shivaratri-Tag wird nicht nur Shiva verehrt, er ist auch tief verbunden mit Vishnu – Shiva und Vishnu sind tatsächlich eins. Heute ist das kraftvolle Magha Krishna Chaturdashi (gibt es wie bereits erwähnt nur alle 117 Jahre), wo auch Vishnus Inkarnation verehrt wird…

Je später die Nacht andauerte, um so müder wurden wir Devotees. Konnten gegen ca. 2 Uhr morgens noch relativ viele mit erhobenen Köpfen auf ihren Plätzen sitzen und dem Programm lauschen, waren gegen 4 Uhr morgens viele Köpfe nach vorne auf die Brust gesunken, und man konnte sich sicher sein, dass diese Devotees „in einer anderen Welt“ weilten….Einige Ashram-Boys liefen wieder wie die Jahre zuvor auch mit Wasserspritzen herum, um die eingenickten Devotees durch sachte Wasserfontänen wieder in die physische Wirklichkeit zurück zu katapultieren. Sri Swamiji ließ uns ab ca. 4 Uhr öfter bei Seinen Bhajans zu den Rhythmen klatschen. Die Bhajans waren überaus feuriger Natur und halfen sehr gut beim Wachbleiben. Es waren auch einige völlig neue/noch unbekannte Shiva Bhajans dabei. Sri Swamiji feuerte uns zwischendurch immer wieder sehr an, konzentriert und wach zu bleiben. Je müder wir wurden, umso mehr feuerte Er uns auch an. Dann gegen ca. 5.20 Uhr schaltete Sri Swamiji um und leitete über zu dem abschließenden Mangala Arati am Sachchidanandeshvara Lingam, dass Er dort dann Selbst zelebrierte. Es galt noch, bis zu diesem Abschluss wach zu bleiben. Das kraftvolle Mangala Arati war die letzte Handlung Sri Swamijis für diese Shivaratri- Nacht. Als letzte Anweisung trug uns Sri Swamiji auf, ein Bad zu nehmen und danach erst zum Frühstück zu kommen. Man könnte sich dabei ruhig Zeit lassen. Mittags sollte es keine Mahlzeit in der Dining Hall geben. Allerdings sollte man – wenn möglich – sich an diesem Morgen nicht hinlegen und schlafen, sondern am späten Abend früh ins Bett gehen und dann länger schlafen….Damit schloss Er die überaus ereignisreiche Shivaratri-Nacht ab und die Devotees verließen nach und nach den Veranstaltungsplatz … Nur 1 Stunde später war der Ashram von großer Ruhe und Strahlen erfüllt, und Sri Swamiji und die Devotees konnten sich von der langen Nacht erholen….

Damit endete das diesjährige Mahashivaratri-Fest im Mysuru Ashram.
Hier noch eine Vorankündigung zur Winterzeit 2020 im Ashram:
Am 20. Dez. soll Subramaniam Shashti im Ashram gefeiert werden (laut manchen indischen Kalendern bereits am 19. Dez.)
Am 24. Dez. wird Heiligabend im Ashram vermutlich mit Sri Swamiji gefeiert werden.
Am 25. Dez. ist der 1. Weihnachtstag, gleichzeitig Vaikunta Ekadashi und Bhagavad Gita Jayanti,
Am 27. Dez. Hanuman Jayanti,
Am 28. – 30. Dez. Datta Jayanti.
Man kann also mit ca. 1 ½ Wochen Ashramaufenthalt nicht weniger als 6 größere Ashramfeste erleben. Dabei wird Datta Jayanti zum ersten Mal seit über 20 Jahren nach dem Weihnachtsfest sein…
Sri Guru Datta – Pingala